Glaukomvorsorge

Das Auge ist für nahezu jeden Menschen das wichtigste und technisch anspruchsvollste Sinnesorgan.

Beim Sehen passiert das Licht die Linse, die sich hinter der Hornhaut befindet, ähnlich wie bei einer Fotokamera, und fällt auf die Netzhaut. 

Dort wird das jeweilige Bild von Millionen kleinster lichtempfindlicher Nervenzellen aufgenommen und über den so genannten Sehnervenkopf (Papille) an das Großhirn weitergeleitet. Wenn die Nervenfasern im Netzhautbereich geschädigt werden, kommt es zu Ausfällen im Gesichtsfeld. Unbehandelt führt der Weg allmählich in Richtung Blindheit.    

Diese Krankheit wird als Glaukom oder Grüner Star bezeichnet (Glaukos = griechisch „grün“).    

Der Grüne Star ist nicht zu verwechseln mit dem Grauen Star (Katarakt). Außer der Namensähnlichkeit gibt es keine großen Gemeinsamkeiten.    

Er tritt häufiger auf als vermutet und ist in Deutschland eine der Hauptursachen für das vollständige Erblinden. Etwa 1 Million Menschen sind in Deutschland an Glaukom erkrankt und bei ca. 3 Millionen liegt eine Gefährdung vor. Diese steigt  mit zunehmendem Alter ab dem 40. Lebensjahr.    

Es gibt für den Laien kein „Vorwarnsystem“.

Wenn eine Schädigung der Sehnerven eingetreten ist, wird diese zunächst nicht wahrgenommen. Sie lässt sich nicht rückgängig machen, sondern lediglich aufhalten. Wahrnehmbare und sichtbare Einschränkungen im Gesichtsfeld entstehen erst, wenn vieles zu spät ist. Dann sind bereits etwa 50 % der Fasern des Sehnervenkopfes zerstört. Deshalb ist es wichtig und neuerdings möglich, die Anzeichen eines beginnenden Glaukom festzustellen, bevor ein wahrnehmbarer Schaden entsteht.    

Die von den Augenärzten – auch von uns – empohlene einfache Glaukom-Vorsorgeuntersuchung reicht in vielen Fällen sicherlich aus. Diese übliche Glaukom-Vorsorge umfasst die Beurteilung der Sehnerven mit dem Spaltlampenmikroskop. Hinzu kommt die Messung des Augeninnendrucks, da dieser ein maßgeblicher Risikofaktor ist. In vielen Fällen bleiben jedoch Risiken, da beim ersten Erkennen von Auffälligkeiten bereits Schäden vorliegen können. Diese sind nicht rückgängig  zu machen. 

Vorsorge- und Diagnosemöglichkeiten mit der Papillen-Tomographie   

Hierfür nutzen wir den Heidelberger Retina-Tomograph (HRT). Damit lassen sich die Nervenfasern und der Sehnervenkopf äußerst präzise vermessen. Kleinste Veränderungen werden sichtbar, Jahre bevor ein Schaden auftritt, und können so behandelt werden. Kritische Entwicklungen werden rechtzeitig bemerkt. Mit einem schwachen Laserstrahl wird die Oberfläche der Sehnerven in höchster Auflösung abgetastet. Ein Computer errechnet die Ergebnisse aus über 140.000 Messpunkten und erstellt daraus dreidimensionale Bilder des Sehnervenkopfes. Dieses bietet eine viel genauere Beurteilung als herkömmliche Methoden.    

Besonders zu empfehlen ist eine Papillen-Tomographie mit dem (HRT) bei Patienten:        

  • bei denen bereits ein Glaukom diagnostiziert wurde    
  • bei denen Verwandte an Glaukom erkrankt sind    
  • bei denen Veränderungen des Sehnervenkopfes (Papille) festgestellt wurden    
  • bei denen ein erhöhter Augeninnendruck festgestellt wurde  

Diese Untersuchung sollte jährlich wiederholt werden. Das bedeutet Sicherheit für Ihre Augen.

Messung der Hornhautdicke    

Zu einer umfassenden Glaukom-Vorsorge gehört zusätzlich die exakte Messung der Hornhautdicke. Wichtig ist das vor allem, wenn der Augeninnendruck im oberen Grenzbereich liegt. Je dünner die Hornhaut, desto größer das Risiko!    

Was kostet diese umfassende Vorsorge?    

Gesetzliche Krankenkassen zahlen nur für die Behandlung eines Glaukom, aber nicht für die Vorsorge. Das liegt in der Verantwortung eines jeden Einzelnen.    

Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie. Damit gutes Sehen auch im Alter möglich ist.